Schreib was du liebst

Manchmal frage ich mich wozu oder für wen ich eigentlich schreibe. Dass ich nicht ganz ohne das Schreiben kann, habe ich inzwischen festgestellt, aber welchen Zweck verfolge ich eigentlich damit? In Schreibratgebern liest man ja oft, dass man die Geschichte erzählen soll, die man selbst gerne lesen möchte, dass man Charaktere erschaffen soll, die man selbst interessant findet. Und das klingt ja auch absolut einleuchtend, denn etwas zu schreiben, was einem gar nicht gefällt muss ja eine absolute Qual sein.

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Auf der anderern Seite geht es in Ratgebern aber natürlich darum, wie man eine Geschichte möglichst massentauglich machen kann, damit sie eine Chance ha,t von Verlagen akzeptiert zu werden und auf dem überschwemmten Buchmarkt erfolgreich sein kann. Und da fängt das Problem eigentlich schon an, denn wenn das was man selbst liebt eigentlich etwas ist was vermutlich bei der breiten Masse nicht gut ankommen wird, muss man sich für einen Weg entscheiden. Verändert man die Geschichte, die man gerne schreiben möchte, so dass sie besser in ein Schema passt? Schreibt man vielleicht sogar etwas, das einem gar nicht wirklich liegt, weil das Genre das einen eigentlich interessiert gerade nicht gefragt ist? Hält man sich strikt an ein Schema, um Spannung zu erzeugen und den Leser bei der Stange zu halten? Oder entscheidet man sich für den anderen Weg und erzählt vor allem sich selbst eine Geschichte, ohne daran zu denken, wie sie besser zu vermarkten ist?

Es spricht natürlich nichts gegen einen Mittelweg. Selbstverständlich kann man seine eigene Geschichte erzählen und trotzdem gewisse Konventionen im Auge behalten, die dazu führen, dass sie sich leichter verkaufen lässt. Oder das Material, das man im Kopf hat ist ohnehin gut für einen Bestseller geeignet. Mein Problem ist es, dass die Ideen, die ich im Kopf habe, oft nicht zu dem passen, was markttauglich wäre und letztendlich habe ich mich dafür entschieden, den Gedanken daran, was vielleicht bei einem Verlag gut ankommen könnte, komplett aus meinem Kopf zu verbannen. Zu meinem Glück gibt es heute viele Möglichkeiten, Geschichten frei zu veröffentlichen, denn ein gewisser Austausch mit Lesern ist mir im Gegensatz zu finanziellem Erfolg absolut wichtig. Ich habe einen Beruf, den ich liebe und gern ausübe und mein Ziel ist es nicht, mein Hobby zum Beruf zu machen. Ich fürchte sogar, dass ich mir damit die Liebe zum Schreiben kaputt machen könnte, weil ich mich auf Dauer zu sehr unter Druck setzen würde.

Was mir allerdings auch absolut wichtig ist, dass ich meinen Schreibstil verbessere und dafür fand ich viele der Ratgeber, die ich gelesen habe absolut wertvoll. Aus diesem Grund werde ich sie auch weiter lesen. Einer der besten Tipps war allerdings immer, dass man sich dadurch verbessert, dass man schreibt und vor allem dadurch, dass man es schafft, einen Roman zu vollenden.

Für feedback sind natürlich auch fanfictions absolut wertvoll, denn auch wenn man selbst gar keine Anhängerschaft hat, gibt es dort einen fandom und man kann testen was bei einer Leserschaft gut ankommt und was nicht. Verbessern möchte ich mich ebenfalls hauptsächlich für mich selber, weil ich das, was ich in meinen Geschichten sagen will besser rüberbringen möchte. Oder anders gesagt: Ich möchte in der Lage sein, die Geschichte zu schreiben, die ich erzählen will. Denn manchmal ist es gar nicht einfach, das was man sagen will auf Papier zu bringen. Den Zustand zu erreichen in dem ich wirklich meine Geschichten erzählen kann, das ist das Ziel, das ich beim Schreiben verfolge.

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