Frauenfiguren

Nachdem ich mich in meinem letzten Alltag mit dem Thema auseinandergesetzt habe, was Charaktere liebenswert oder faszinierend macht, möchte ich dem heutigen Eintrag komplett den Frauenfiguren in Geschichten und Romanen widmen. und das nicht ganz ohne Grund, denn ich habe leider das Gefühl, dass Frauen noch immer noch oft relativ klischeehaft oder verzerrt dargestellt werden. Das will ich natürlich nicht verallgemeinern, denn ich bin in Büchern schon tollen und starken Frauen begegnet, die ich jederzeit als leuchtendes Vorbild sehen würde. Von Astrid Lindgrens “Pippi Langstrumpf”, Hermine aus “Harry Potter” und “Ronja Räubertochter” über Katniss aus “The Hunger Games” ,”Jane Eyre”, Scarlett aus “Vom Winde verweht” bis hin zu Miss Marple.

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Den Autorinnen, die diese Heldinnen geschaffen haben, möchte ich meine Ehrerbietung und meine Dankbarkeit aussprechen. Aber dennoch sind wirklich starke und unabhängige Frauenfiguren noch immer eher die Ausnahme. Mir fällt es vor allem sehr schwer, Liebesgeschichten zu lesen, weil ich das Gefühl habe, dass Frauen dabei sehr oft in die schwache Position gedrängt werden. Eine Wendung, die ich in Geschichten am wenigsten mag ist es, wenn eine Frau, die bisher immer gut auf sich selbst aufpassen konnte und die Heldin ihrer Geschichte war, plötzlich ständig gerettet werden muss, sobald ein Mann ins Spiel kommt. Das verdirbt mir wirklich jedes Mal den Spaß am Lesen. Warum kann es nicht öfter mal anders herum sein? “Hunger Games” mag ich auch deswegen so sehr, weil Katniss nie aus der Beschützerrolle fällt, die sie Peta gegenüber hat.

Es ist schon erstaunlich finde ich, dass es Jane Austen vor mehr als hundert Jahren gelungen ist, Frauenfiguren zu erschaffen, die nicht zu unfähigen Kreaturen mutieren, sobald sie sich verlieben, es aber heutzutage immer noch meistens der Fall ist, dass Frauen den schwächeren Part in einer Beziehung übernehmen. Ich empfinde diese Frauen dann immer als sehr anstrengend und nervig und kann nicht weiter lesen,

Aber auch abgesehen von Liebesbeziehungen, sind die Rollen von Männern und Frauen in Geschichten immer noch oft erstaunlich klar verteilt, womit wir wieder beim Thema Klischees wären. Und dabei geht es nicht nur um die Hauptrollen, denn selbst wenn es eine starke Heldin gibt, werden die Nebenrollen oft von Frauenfiguren bestritten, die ich bei meiner Tochter nur sehr ungern als Identifikationsfigur sehen würde.

Ich weiß allerdings auch nicht, ob ich selber vollkommen frei davon bin, meinen weiblichen Figuren gewisse Eigenschaften zuzuordnen, die ich selbst als typisch weiblich empfinde, obwohl sie das gar nicht sein müssten. Wir haben eben ein bestimmtes Bild von der Welt, das sich auch ganz automatisch in dem widerspiegelt, was wir schreiben. Darum habe ich mir vorgenommen, in einer der Geschichten, die ich schreibe erst ganz am Ende eine Figur die als Mann angelegt war zu einer Frau werden zu lassen und anders herum. Denn zumindest im Roman sollte es ja möglich sein, Figuren sich vollkommen frei von Rollenklischees bewegen zu lassen.

Wie siehst du das? werden Frauenfiguren tatsächlich immer noch klischeehaft dargestellt?

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