Worüber ich gerne lese

 

Wenn man schreibt sollte man sich natürlich auch mal Gedanken darüber machen, was man selber gerne liest. Nicht nur welches Genre oder welche Art von Buch, sondern auch was es in diesen Büchern ist, das einem besonders gut gefällt. Schreibratgeber können einem vielleicht sagen, was bei einem Leser gut ankommt aber ich bin fest davon überzeugt, dass man dann am besten ist, wenn man über etwas schreibt, das man selber gerne mag. Natürlich ist es hin und wieder auch gerade wichtig, dass man übt jene Szenen zu schreiben die einem schwerfallen und vor denen man sich gerne drückt, aber hier soll es erstmal um die angenehmen Aspekte gehen.

Auch wenn ich in Schreibratgebern immer wieder lese, dass das die Leute langweilt und sie darüber hinwegblätteraas_image_2017_01n, bin ich jemand, der unheimlich gerne Beschreibungen von Wetter liest. Auch in der realen Welt bin ich ein Freund von Regen und Gewittern, wenn sie ich nicht gerade total durchweichen und wenn es in einer Geschichte regnet oder der Himmel grau verhangen ist oder es sogar Nebel gibt, bin ich schon ganz Ohr. Es gibt mir ein total angenehmes Gefühl mir dieses Wetter vorzustellen und desto genauer es beschrieben ist, desto besser. Allerdings mag ich es nicht, wenn dabei auf Floskeln zurückgegriffen wird, die man schon tausend Mal gehört hat. Ich liebe es, wenn der Autor ein wenig innovativ und kreativ ist. In einigen meiner Lieblingsbücher wie zum Beispiel “Stolz und Vorurteil”, “Sturmhöhe” oder natürlich “Der Herr der Ringe” gibt es großartige Beschreibungen von Wetter, die einen richtig in die Geschichte hineinziehen und einen erschauern lassen. Aber ich mag nicht nur schlechtes Wetter. Auch laue Sommerabende oder die Beschreibung der drückenden Hitze in “Früchte des Zorns” finde ich beeindruckend, wenn auch nicht ganz so angenehm zu lesen.

Ganz ähnlich geht es mir mit der Beschreibung von Landschaften und Orten. Auch hier heißt es oft, dass man sich nicht zu lange daran aufhalten soll und vermutlich können seitenlange Beschreibungen auch wirklich langweilig werden. Ich muss jedoch sagen, dass ich es auch hier liebe, wenn etwas auf eigene Art anschaulich dargestellt wird. Beeindruckende epische Landschaften wie in den Büchern von Karl May oder “Jenseits von Eden” oder wiederum “Der Herr der Ringe”, mag ich hierbei ebenso wie interessante Städte oder beschauliche Dörfer. Gerade in Science Fiction und Fantasy Romanen ist es mir wichtig, dass eine ganz eigene Welt erschaffen wird, die ich mir auch gut vorstellen kann. Und leider finde ich, dass genau das oft zu kurz kommt. Vielleicht bin ich was das anbetrifft auch ein etwas ungewöhnlicher Leser, aber ich wünschte solche Beschreibungen würde es häufiger geben. Auch bei Landschaften habe ich meine Favoriten. Wälder, Moore und Seen mit Wasserfällen, sowie zuklüftete Berglandschaften haben es mir besonders angetan und werden mich immer begeistern. Fast genauso gern mag ich jedoch ein liebevoll beschriebenes viktorianisches setting mit Gothic Elementen.

Der nächste Punkt auf meiner Liste von Dingen die ich gerne lese ist vermutlich etwas, das fast jeder nachvollziehen kann. Ich liebe es in Büchern ungewöhnliche und intelligente Dialoge zu lesen und zwar am liebsten wenn zwischen den teilnehmenden Charakteren irgendeine Art von Konflikt besteht. Ich weiß, dass es nicht leicht ist einen Dialog zu schreiben, der interessant und neu ist und die Geschichte gleichzeitig auch noch weiterbringt und hege darum tiefe Bewunderung für Autoren, denen das gelingt. Kaum etwas charakterisiert eine Figur vermutlich so gut und unterhaltsam, wie sie mit einer anderen sprechen zu lassen. Ich finde, wenn ein Dialog gut geschrieben ist, kann man die Figuren regelrecht hören. Absolut großartige Dialoge gibt es meiner Meinung nach in Douglas Adams’ “Per Anhalter durch die Galaxis”, bei den Romanen von Haruki Murakami und natürlich bei Dramatikern, wie Shakespeare, Brecht oder Dürrenmatt, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Ganz generell – und da bin ich wiederum nicht alleine – lese ich gern Entwicklungen, die ich nicht erwartet habe. Nicht nur in Krimis, wo das natürlich ein zentrales Handlungselement sein sollte, sondern auch in jedem anderen Genre. Wenn es einem Autor gelingt mich zu überraschen, sei es durch eine völlig unerwartete Entwicklung, durch einen Charakter, der sich völlig anders verhält als erwartet oder die Darstellung einer Beziehung, die nicht den Klischees entspricht: so etwas fesselt mich ungemein. Agatha Christie hat einige Kriminalromane geschrieben, die meiner Meinung nach eine wirklich überraschende Wendung nehmen. Andere Beispiele sind für mich Orson Scott Wells’ “Enders Spiel” oder das gesamte ungewöhnliche Setting in Dan Simmons “Hyperion Cantos”. Die sehr ungewöhnliche und eindringliche Darstellung der Liebe/Freundschaft zwischen vier Männern in “Ein wenig Leben”, was ich gerade lese, ist ein weiteres Beispiel.

Als letztes möchte ich noch ein paar kleine Elemente nennen, von denen ich in Büchern (und im Grunde auch im wahren Leben) nicht genug bekommen kann: Tee, Kaminfeuer, alte verlassene Häuser, Nachtwanderungen, Tannen, Weiden, Vollmond, Kerzen, Geheimgänge, alte Schuppen vollgestopft mit Geräten, Lehnsessel, alte Bahnhöfe, Friedhöfe, urige Straßenlaternen, Bibliotheken, knarrende Treppen, Boote, Schilf und Schafe.

Gibt es bei dir auch Dinge über die du besonders gern liest und die dich an ein Buch fesseln? Lass es mich gerne wissen!

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