Minimalismus und Schreiben

Auf den ersten Blick haben Minimalismus und Schreiben vielleicht nicht viel miteinander zu tun. Natürlich gibt es einen minimalistischen Schreibstil, aber darum soll es hier nicht gehen. Vielmehr beschäftige ich mich seit etwa anderthalb Jahren mit den Prinzipien einer minimalistischen Lebensführung und ich habe festgestellt, dass diese für mich sehr eng mit meinem liebsten Hobby verbunden ist.

Zunächst einmal geht es beim Minimalismus darum, sich über seinaas_image_2017_02e eigenen Prioritäten klar zu werden und das sind für mich meine Familie und das Schreiben. Interessanterweise ist es ja oft so, dass auch wenn wir wissen was uns eigentlich am meisten bedeutet, andere Dinge trotzdem mehr Platz einnehmen, als unsere höchsten Prioritäten. In gewissen Bereichen lässt sich das natürlich nicht vermeiden. Wenn man zum Beispiel einen Beruf hat, der die Grundlage bildet für die anderen Dinge, die einem wichtig sind. So ist es bei mir ebenfalls. Ich möchte aus verschiedenen Gründen, dass das Schreiben mein Hobby bleibt. Unter anderem weil ich meinen Beruf sehr mag. Dennoch möchte ich nicht, dass er einen zu großen Raum in meinem Leben einnimmt und alles andere verdrängt.

Dafür ist es wichtig, dass ich meine Arbeitszeit reduzieren kann und die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass ich weniger Geld benötige. Womit wir wieder beim Thema Minimalismus wären. Indirekt beeinflusst also das Geld, das ich ausgebe die Zeit, die ich zum Schreiben zur Verfügung habe. Für mich war es ein wichtiger Schritt mir über diese Tatsache klar zu werden, auch wenn sie bei genauerer Betrachtung ja total logisch erscheint. 

Für mich war der nächste Schritt mir zu überlegen, in welchen Bereichen ich meine Ausgaben reduzieren kann. Es gibt gewisse Dinge, auf die es mir schwer fallen würde zu verzichten, wie Reisen, das Besuchen von Festivals und Konzerten, Theaterbesuche oder gutes Essen. Aber natürlich gibt es auch Bereiche in denen es mir absolut möglich ist, mich einzuschränken. Ich war zum Beispiel jemand, der relativ unüberlegt oder unreflektiert irgendeinen Kram gekauft hat: Deko, Kochbücher bei denen mir ein einziges Gericht gefiel, ein Kleidungsstück, das ich im Endeffekt kaum getragen habe, weil es mir in dem Moment gefiel, Schuhe, die nicht wirklich passten.

Ich denke, zum Teil kommt das daher, dass es einem in dem Moment ein gutes Gefühl gibt, wenn man sich etwas kauft, weil man sich selbst belohnt. Zum anderen wird man natürlich andauernd medial beeinflusst in die Richtung, dass es einem in seinem Leben deutlich bessergehen wird, wenn man mehr Geld für dieses und jenes ausgibt.

Mir persönlich tat es sehr gut, mal einen Schritt zurück zu treten und zu überlegen: Was brauche ich eigentlich wirklich? Was hilft mir tatsächlich weiter und macht mich zufriedener? Interessanterweise haben sich dadurch viele Bereiche in meinem Leben tatsächlich verbessert. So arbeite ich zum Beispiel seit einigen Monaten daran mir eine “Capsule Wardrobe” zu kreieren, die aus wenigen Kleidungsstücken besteht, die alle untereinander kombinierbar sind und so zusammengestellt sind, dass man für jede Gelegenheit etwas Passendes anzuziehen hat. Dieser Schritt hat mein Leben enorm erleichtert. Ich kaufe sehr viel weniger Kleidung und mache deutlich seltener Fehlkäufe. Außerdem habe ich aufgehört zu horten, was ich früher oft bei Shampoos, Duschgels, Cremes, Stiften, Bastelkram und ähnlichem getan habe und gebe auch hier seitdem viel weniger und überlegter Geld aus. Beide Schritte haben dazu geführt, dass mein Leben weniger kompliziert ist und ich Zeit spare, die ich für Sinnvolles verwenden kann.

Natürlich gehört zu einem Lebensstil, der mehr in Richtung Minimalismus geht auch dazu, dass man ausmistet. Ich würde damit zwar gerne schneller vorankommen, aber ich habe schon gemerkt, dass es mir hilft, klarer zu denken und ich bessere Ideen habe, wenn ich weniger Krimskrams um mich herum ansammele, vor allem auf meinem Schreibtisch.

Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es reibungslos läuft und ich die Umstellung schnell und ohne Probleme geschafft habe, aber ich habe das Gefühl, dass diese Richtung für mich stimmt und mich wirklich weiter bringt. Es ist schön, nicht mehr ständig das Gefühl zu haben etwas dringend zu brauchen, das dann doch nur herumliegt und Platz wegnimmt. Und weil ich denke, dass es anderen Schreibenden vielleicht ähnlich gehen könnte, wollte ich diese Gedanken gerne teilen.

Wie sieht es bei dir aus? Käme es für dich infrage minimalistische Prinzipien in Bereichen deines Lebens umzusetzen?

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