Schreibzeiten

Ich frage mich ob es den meisten Menschen die schreiben so geht, dass es bestimmte Zeiten gibt, zu denen ihnen das Schreiben deutlich leichter fällt. Ich denke mir, dass man vermutlich nicht wählerisch sein kann, wenn man tatsächlich Autor von Beruf ist, aber für mich als Hobbyschreiber gibt es ganz bestimmte Zeiten zu denen es mir deutlich leichter fällt, mich an meine Geschichten zu setzen. aas_image_2017_02

Am liebsten schreibe ich nämlich abends, wenn meine Kinder im Bett sind und ich wirklich Ruhe habe und nicht mehr damit rechnen muss innerhalb der nächsten Minute unterbrochen zu werden. Es gibt nichts, das ich schlimmer finde als wieder herausgerissen zu werden, wenn ich gerade in eine Geschichte eingetaucht bin. Aber auch früher als ich noch keine Familie hatte, habe ich am liebsten abends geschrieben. Dann meist noch deutlich später als jetzt. Oft habe ich auch ernst nachts angefangen, also um 23 oder 24 Uhr, um dann bis 3 Uhr durchzuschreiben und völlig k.o. ins Bett zu fallen. Damals wurde ich ja auch noch nicht spätestens um 7 Uhr von meinem persönlichen Weckdienst aus den Federn gerissen.

Für mich hat es einfach etwas total Entspannendes und Inspirierendes, wenn ich weiß, dass das Schreiben das Letzte ist, was ich am Tag tun werde und dass ich mit diesen Gedanken ins Bett gehen und die Geschichte weiterspinnen kann. Außerdem fühle ich mich sowieso nach sechs Uhr abends schon immer am wohlsten. Meine Abende sind für mich einfach heilig und ich hasse es, wenn ich sie mit etwas verbringen muss, was mir nicht gefällt. Ein Abend an dem ich geschrieben habe war hingegen für mich schon immer die totale Erfüllung.

Ein bisschen schade finde ich selbst, dass ich den Anfang manchmal etwas vor mir herschiebe, denn sogar wenn ich mich den ganzen Tag darauf freue zu schreiben, schiebe ich Abends den Anfang manchmal vor mir her, weil ich das Gefühl habe doch zu müde und uninspiriert zu sein. Dadurch entgeht mir manchmal wertvolle Zeit.

Außerdem würde ich mir manchmal wünschen, dass es mir nicht ganz so schwer fallen würde auch am Vormittag zu schreiben, denn von den wenigen Malen, die ich es geschafft habe, mich vor der Mittagszeit an eine Geschichte zu setzen weiß ich, dass es mir den ganzen Tag über besser geht, wenn ich schon ein wenig geschrieben habe, weil ich einfach das Gefühl habe schon etwas sehr Sinnvolles getan zu haben.

Abgesehen von den Tageszeiten habe ich offenbar auch eine Jahreszeit, in der ich am liebsten schreibe. Eigentlich habe ich immer gedacht, dass der Herbst grundsätzlich die Phase ist in der ich am Produktivsten bin. In der Zeit von September bis Dezember fühle ich mich am wohlsten, habe am wenigstens Tiefs und ich lese sogar Geschichten am liebsten, die in dieser Jahreszeit spielen. In der Realität ist es jedoch so, dass ich in dieser Zeit zwar viele gute Ideen habe, aber mit dem Schreiben fange ich fast immer kurz nach Weihnachten an. Dann schreibe ich bis ca. Mai sehr viel und wenn es dann anfängt wärmer zu werden wird es wieder weniger. Im Sommer muss ich mich dann häufig zwingen, meine Geschichten fortzuführen, denn ich finde es wichtig, die Arbeit an einem Roman oder einer fanfiction nicht zu lange auf Eis zu legen, weil es dann vorkommt, dass einem die story und die Charaktere entgleiten.

Im Moment ist es auch so, dass mir noch ca. 10.000 Wörter fehlen um mein Manuskript zu beenden, das knapp über 60.000 Wörter hat. Ich will auf keinen Fall aufhören, also muss ich mir immer selbst ein wenig in den Hintern treten.

Wie ist es bei euch? Habt ihr auch Tages- oder Jahreszeiten in denen ihr lieber schreibt als in anderen?

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