Unter Druck

Seit einer Weile probiere ich ja für mich aus wie es sich anfühlt unter Druck zu schreiben. Das Schreiben ist mein Hobby und bisher habe ich es immer so gehandhabt, dass ich einfach geschrieben habe, wenn ich Lust darauf hatte. Meistens ist es zwar so, dass ich eine Geschichte möglichst schnell fertigbekommen möchte, wenn ich siaas_image_2018_01e erstmal angefangen habe, aber auch dann ist es natürlich kein Problem, das weiter schreiben um Wochen oder sogar Monate hinauszuzögern, wenn man nicht dafür bezahlt wird und keine deadline hat.

Gerade deswegen dachte ich, es könnte für mich mal ganz interessant sein wie es sich anfühlt, wenn ich so tue als stünde ich unter Druck und müsste jeden Abend schreiben und möglichst jedes Wochenende ein neues Kapitel veröffentlichen. Ich wollte einfach mal sehen, ob das dazu führt, dass ich das Schreiben als total anstrengend empfinde und mir vielleicht sogar die Lust daran vergeht, so dass ich erstmal eine lange Pause machen muss.

Dieses Schreibprojekt habe ich Ende Januar dieses Jahres angefangen, es läuft also mittlerweile fünf Monate und ich denke ich kann schonmal einen kleinen Rückblick wagen, auch wenn ich plane, das Projekt noch dieses Jahr lang fortzuführen.

Es hat für mich ziemlich gut funktioniert, jeden Abend zu schreiben und ich habe es auch geschafft fast jedes Wochenende ein neues Kapitel einer fanfiction zu veröffentlichen. Wenn ich das nicht geschafft habe, hatte ich am nächsten Wochenende meistens zwei. Zusätzlich dazu musste ich die Kapitel natürlich Korrektur lesen und Änderungen meiner Betaleser einarbeiten, sowie Kommentare beantworten (was ich natürlich außerordentlich gern mache). Es war also schon einiges zu tun.

Erstaunlicherweise kann ich sagen, dass der Druck, unter den ich mich selbst gesetzt habe, mir das Schreiben überhaupt nicht verleidet hat, im Gegenteil. Es hat sich ehrlich gesagt eher so angefühlt als würden kreative Schleusen in meinem Innern geöffnet und ich hatte unheimlich viele Ideen, die ich kaum alle umsetzen kann. Bis auf das kurze Überwinden des inneren Schweinehundes ist es mir auch tatsächlich nicht schwergefallen, mich abends an den Computer zu setzen und zu schreiben. Mir hat es sogar richtig gefehlt, wenn ich es nicht tun konnte. Wenn ich mal gar keine Lust hatte oder extrem müde war, habe ich mir einen Abend frei gegeben oder mir gesagt, dass ich nur 200 Wörter schreibe. (Meist sind es dann doch mehr geworden).

Ich muss also sagen, dass es für mich zutrifft, was in vielen Schreibratgebern steht, dass man einfach anfangen muss zu schreiben und die Ideen und Motivation kommt fast von allein.

Was ich allerdings auch sagen muss ist, dass dabei einiges anderes ein wenig zu kurz gekommen ist. Auf Grund meiner Situation (Job und drei Kinder) habe ich abends wirklich nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung und diese ist dann eben oft für das Schreiben drauf gegangen. Ich habe es nicht geschafft viel zu lesen, was mir eigentlich auch sehr wichtig ist. Auch dieser Blog und mein privater Blog hatten weniger Einträge. Mit meinem Mann Filme oder Serien gucken habe ich auch selten geschafft. Das finde ich natürlich schon schade, auch wenn mir diese Erfahrung mal wieder gezeigt hat, dass das Schreiben in meinem Leben eine große Priorität hat und mich einfach glücklich macht.

Seit heute habe ich Sommerferien (yay!) und ich möchte mal ausprobieren, wie es klappt, wenn ich morgens schon ein paar hundert Wörter schreibe, um dann die Abende vielleicht frei zu haben. Morgens kann ich bisher immer nur sehr schlecht schreiben und kann mich auch kaum dazu aufraffen.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schonmal versucht unter Druck zu schreiben oder liegt euch das nicht?

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