Schreiben verbindet

Vor einer Weile habe ich einen Eintrag verfasst, der die Frage gestellt hat „Macht Schreiben einsam?“

Da sich meine Sichtweise auf dieses Thema in letzter Zeit verändert hat, möchte ich mich gerne ein weiteres Mal mit dieser Fragestellung auseinandersetzen. Auch durch einige Dialoge auf diesem Blog, und dabei geht mein Dank an @Rhiannon und @miesvandenbergh aber auch durch bookstagram habe ich festgestellt, dass Schreiben keinesfalls einsam machen muss.

people coffee meeting team

Ja, es mag stimmen, dass Menschen, die schreiben oft (natürlich bei weitem nicht immer) ein wenig introvertiert sind. Die meisten können auf jeden Fall sehr gut für eine weile alleine auskommen, denn in der Zeit, wenn man am Schreibtisch sitzt und in eine ganz andere Welt abtaucht ist man gewöhnlich allein. Und es stimmt auch weiterhin, dass vermutlich nicht viel für Mitmenschen so quälend ist, wie ein Gespräch über den Stoff eines Buches aufgezwungen zu bekommen, dessen Inhalt sie nicht interessiert.

Auf der anderen Seite habe ich aber auch festgestellt, dass es viele Menschen gibt, denen es genau wie mir einfach Spaß macht, sich über das Schreiben auszutauschen. Das muss jetzt nicht der eigene Roman sein, aber das Schreiben und Bücher an sich sind ein faszinierendes Thema und für mich ist eine Unterhaltung darüber so unglaublich viel wert. Schon allein deswegen, weil meist auch andere Themen mitschwingen, die mich anziehen, wie zum Beispiel Politik oder die generelle Frage, wie man eigentlich leben sollte, damit wir es alle noch eine Weile auf diesem Planeten aushalten. (Und damit der Planet es mit uns aushält).

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Insgesamt macht es auf jeden Fall einfach Spaß, sich über den Schreibprozess auszutauschen und es kann einem sogar helfen, wenn man an einer Stelle feststeckt oder sich nicht sicher ist, wie etwas, das man gerne ausdrücken möchte beim Leser ankommt.

Da ich entdeckt habe, dass es mir viel Spaß macht andere Texte kritisch zu beäugen und vielleicht den ein oder anderen Verbesserungsvorschlag anzubringen, habe ich mich jetzt auch bei dem Schreibforum „Tintenzirkel“ angemeldet. Das hatte ich schon lange im Blick, aber jetzt zeichnet sich auch ab, dass ich wieder die Zeit finden werde, dort regelmäßig zu posten. Ich hoffe, dass meine Bewerbung akzeptiert wird und freue mich auf den Austausch dort.

Seid ihr auch in Schreibforen angemeldet? Wenn ja in welchen?

4 Gedanken zu „Schreiben verbindet

  1. Das Schreiben selbst ist eine einsame Tätigkeit. Aber deshalb macht es aus Autoren keine einsamen Menschen. Gute Fantasien, die man aus einem prallen Leben schöpfen kann, fesseln den Leser mehr, als Fantasien aus angelesenem Wissen. Denn diese Fantasien sind doch irgendwie immer aus zweiter Hand.

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    1. Da sagst du etwas Wahres, liebe Karin! Man muss eben selbst auch erstmal leben, um interessante Figuren schaffen zu können. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!

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  2. Liebe Tasha,
    nun hat deine Tschick-Fanfic mich zu deiner Seite geführt, und ich freu mich! ^_^ Vieles, was du hier so schreibst, spricht mir aus der Seele.
    Ich glaube, beim Schreiben gibt es zwei Arten von Verbindung. Die eine ist, wenn zwei Schreiberlinge sich treffen und über den Vorgang an sich austauschen. Das ist toll, wenn auch im wahren Leben eher selten, wenn man nicht gerade eine nette Schreibgruppe gefunden hat. Deswegen bin ich auch dem Internet sehr dankbar (Im TiZi bin ich übrigens auch! Angemeldet als Kare, wie heißt du dort?)

    Die zweite Verbindung ist eher indirekt. Wenn ich schreibe, lege ich ich das Geschriebene ja bestenfalls etwas hinein, Stimmung, Gefühle, eine Botschaft, einen Teil von mir. Wie ein Paket, das ich abschicke, wenn ich etwas veröffentliche, sei es ein Buch, eine FF, ein Blogpost. Und im schönsten Fall findet ein Leser irgendwann das Paket, packt es aus und entdeckt darin etwas für sich. Davon kriege ich als Schreiber natürlich nur etwas mit, wenn es mir zurückgemeldet wird, als Feedback oder Rezension oder nur ein Smiley. Wenn dieser Kreis geschlossen wird, entsteht für mich als Schreiber eine Verbindung zu meinem Leser. Für den Leser vielleicht schon zuvor, wenn meine Geschichte etwas in ihm anspricht, bei dem er denkt “Da ist jemand, der mich versteht, genauso fühlt, das kenne ich, genauso ist es”.

    Früher hab ich mir Schreiben immer vorgestellt wie einen Leuchtturm. Ich schreibe, veröffentliche und sende damit ein Lichtsignal hinaus in die Welt, und wenn jemand ähnlich funktioniert wie ich, dann zieht es ihn an und vielleicht findet er mich dadurch. Das ist, um nicht so allein zu sein. Und andersrum natürlich auch. Ich suche Lichtsignale, die meiner Wellenlänge entsprechen und folge ihnen und finde – dann vielleicht so eine Seite hier. ^_^ Also hallo. Hier bin ich.

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    1. Hallo!

      Total schön geschrieben. Ja, man kann das Schreiben wirklich mit einem Leuchtturm vergleichen. Manchen Menschen fällt es eben auf diese Art leichter, sich auszudrücken und Verbindungen zu anderen menschen aufzubauen.
      Ich veröffentliche ja auch viel fanfiction und da ist es nochmal etwas ganz besonderes, dass man eben etwas, das man selbst in einem Werk sieht, auch wenn es vielleicht gar nicht so angelegt war, mit anderen Menschen teilen kann, die dasselbe erkennen. Das ist mittlerweile eine Art von Austausch und Verbindungen, die ich in meinem Leben nicht mehr missen will.
      Und das gleiche gilt natürlich auch für jede andere Form von Kunst.

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