Rezension: Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle

Es gibt ja nicht so oft Bücher, die einen von der allerersten Seite in das Geschehen hineinsaugen, so dass die eigene Realität für eine Weile weniger wichtig wird als die des Buches. Umso mehr freue ich mich jedes Mal, wenn ich ein solches Buch finde. Bei Stuart Turtons genial durchdachten Kriminalroman war das der Fall.cover_Evelynhardcastle.jpg
Schauplatz ist das düstere und heruntergekommene Anwesen Blackheath, ein Herrenhaus in dem vor genau fünfzehn Jahren, der Mord an Evenlyn Hardcastle’s Bruder geschah. Warum ihre Eltern gerade an diesem Tag einen Maskenball veranstalten, zu dem Evelyn geladen wird, sowie viele Freunde der Familie, ist eins der Rätsel der Geschichte. Und von diesen gibt es viele.
So erlebt zum Beispiel der Protagonist Aiden Bishop den Tag des Maskenballs immer wieder, erwacht jedoch jedes Mal in einem anderen Köper. Dies hat unter anderem den Reiz des Romans für mich ausgemacht, weil ich es unglaublich spannend fand, wie sich auch das Verhalten und sogar die Denkweise von Aiden änderte, je nachdem, welchen Körper er bewohnte. So musste er zum Beispiel in einem Fall dagegen ankämpfen, die Gewalttätigkeit des Individuums, das er bewohnte, nicht anzunehmen. In einem anderen Fall konnte er sich der Intelligenz seines „Wirts“ bedienen, um der Lösung seiner Aufgabe näher zu kommen. Es kristallisiert sich nämlich immer mehr heraus, dass er den Mord von Evelyn Hardcastle verhindern muss, der unweigerlich am Abend des Maskenballs geschieht.

selective focus photography of tree leaves
Photo by Egor Kamelev on Pexels.com
Die bedrohliche Atmosphäre auf Blackheath hat mich genauso in Atem gehalten, wie die vielen Wendungen des plots. Man kann unheimlich gut mit dem Protagonisten mitfühlen, der immer wieder versucht, den Ablauf der Dinge zu verändern und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dabei ist der plot so dicht gestrickt und es gibt so viele Verwicklungen, dass es umso erstaunlicher ist, dass dennoch alles in sich stimmig wirkt. Am Ende waren es mir dann ein zwei Wendungen zuviel, was aber dem Lesegenuss insgesamt keinen Abbruch getan hat.
Ich habe mich an Agatha Christie oder Sir Arthur Conan Doyle erinnert gefühlt und wünschte sehr ich könnte dieses Buch nochmal zum ersten mal lesen.

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